ORM Rallye: Baumschlager 12facher Staatsmeister

13. August 2014 13:55
   

Weiz/Stmk
Zum dritten Mal in Serie hat Raimund Baumschlager seine Chance in Weiz genützt. Nach 2012 und 2013 holte sich der 54-jährige Oberösterreicher auch heuer bei der Rallye in der Oststeiermark den Sieg und folglich auch wieder den Staatsmeistertitel. Es ist dies der 12. Streich in seiner so tollen Motorsport-Karriere. Bis es allerdings so weit war, schrieb das Drehbuch der Rallye Weiz 2014 eine hochspannende Geschichte – mit einem glorreichen Helden (Raimund Baumschlager) und einer tragischen Figur (Hermann Neubauer).

14 der 16 Sonderprüfungen bestimmte Hermann Neubauer das Geschehen bei der Rallye Weiz. Wie auf Schienen pilotierte der Salzburger seinen Ford Fiesta S2000 über den Asphalt. Und leistete er sich einmal einen Dreher wie auf SP 4, so bügelte er diesen Fehler spätestens zwei Prüfungen später wieder aus, um sich wieder in Führung zu setzen. Als der Skoda von Neubauers schärfstem Verfolger Raimund Baumschlager auf SP 12 auch noch heiß lief und seinem Piloten 1,17 Minuten Rückstand inklusive einer 10-Sekunden-Strafe wegen Zeitüberschreitung einbrachte, schien der Weg für Neubauers ersten Sieg in einem ÖRM-Lauf frei. Dass Neubauers Aussage „Ich bin noch nicht im Ziel“ später eine dramatische Aktualität erlangen sollte, gehört zu den manchmal bitterbösen Storys, die oftmals in der Natur einer Rallye liegen.

Ein schweres Unwetter begleitete die Piloten in die vorletzte Prüfung Thannhausen. Und schon das erste Auto wurde Opfer der sintflutartigen Bedingungen. Unglaublich, aber wahr – es war Hermann Neubauers Ford Fiesta, der infolge Aquaplaning in einem Baum landete und somit Raimund Baumschlager, der die Bedingungen im wahrsten Sinn des Wortes meisterte, trotz vorherigem 1,13-Minuten-Rückstand noch den Sieg bescherte. Raimund Baumschlager: „Das war eine echt verrückte Rallye. Es war schon bitter, als ich an Hermann vorbeigefahren bin. Er hätte sich den Sieg verdient. Ich kann mir vorstellen, wie es jetzt in ihm ausschaut. Andrerseits freue ich mich natürlich über den Sieg und vor allem über meinen 12. Meistertitel. Das hat es in Österreich noch nicht gegeben und macht mich daher natürlich schon sehr stolz.“

Freuen durfte sich Baumschlager auch noch über das restliche Resultat. Mit dem Südafrikaner Henk Lategan und Mario Saibel landeten nämlich noch zwei Piloten aus seinem BRR-Team auf dem Siegespodest. Weil Lategan in der ÖRM nicht punkteberechtigt ist, kassiert Saibel als Drittplatzierter die Punkte für den zweiten Platz und sicherte so seine Anwartschaft auf den heurigen Vizemeistertitel ab. „Ich habe mich immer bemüht, in Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben. Das ist mir manchmal ganz gut, dann wieder weniger gut gelungen. Aber ich freue mich über den Dreifachsieg des BRR-Teams.“

Credits
Kamera: Patrick Butschell BMP TV
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